Bio-Kiste statt Lieferando

17. September 2021

Martinsreuth
V.l.n.r. Franz Müller, Leiter der Hochfränkischen Werkstätten, Klaus Adelt, Landtagsabgeordneter, Siegfried Wonsack, Geschäftsführer der Lebenshilfe Hof und Holger Grießhammer, Bezirksrat.

Da kann Lieferando nicht mithalten. Frisches saisonales Obst und Gemüse in Bio-Qualität aus der Region frei nach Hause – die Bio-Kiste vom Bauernhof der Lebenshilfe in Martinsreuth erfreut sich großer Beliebtheit. So großer Beliebtheit, dass der bisherige Platz zum Sortieren und Verpacken der Kisten hinten und vorne nicht mehr ausreicht und eine neue Halle inklusive Kühl- und Lagerkapazitäten notwendig geworden ist. Kostenpunkt rund 330.000 Euro.

Dank einer Förderung der Oberfrankenstiftung in Höhe von 65.000 Euro konnte der Bau in Angriff genommen werden. Für den Hofer SPD-Abgeordneten Klaus Adelt und SPD-Bezirkstagsfraktionsvorsitzenden Holger Grießhammer der passende Anlass, dem Bio-Bauernhof einen Besuch abzustatten, um sich vor Ort zu informieren wie die Arbeit und Arbeitsabläufe funktionieren.

Siegfried Wonsack, Geschäftsführer der Lebenshilfe Hof, Franz Müller, Leiter der Hochfränkischen Werkstätten Hof und Christian Lange, Zweigstellenleiter bei den Hochfränkischen Werkstätten, führten die beiden Politiker über den Bio-Hof. Auf 35 Hektar Acker- und Grünland werden Futtermittel, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Rinder, Gänse und Hühner werden artgerecht gehalten, auch bedrohte Rassen finden sich dort. Darüber hinaus ist hier die Gärtnerei beheimatet. Ein idyllischer Ort, an dem je nach Saison bis zu 20 Menschen mit Behinderung arbeiten. Im einstigen Bauernhaus ist eine Wohngruppe untergebracht. „Draußen in der Natur, das macht unseren Beschäftigten viel Freude hier zu arbeiten“, findet Müller.

Die Bio-Kiste kam quasi on top. Dass diese einen solch reißenden Absatz findet, hatte anfangs keiner gedacht. Die ursprüngliche Verpack- und Sortierstation ist ausgelegt auf 300 Abonnenten, mittlerweile werden hier 1.000 abgefertigt. „Und das, obwohl wir gar keine Werbung machen. Das ist fast alles Mundpropaganda“, erklärt Siegfried Wonsack. Gerade in der Corona-Zeit seien demnach viele neue Kundinnen und Kunden dazugekommen. Derzeit werden hier rund 775 Kisten in der Woche abgefertigt, erläutert Herr Lange. Nicht alles was sich in der Kiste befindet, kommt direkt aus Martinsreuth, viele Waren stammen von regionalen Bio-Höfen und -Händlern aus der Region und müssen dann schnell ausgeliefert werden, denn einen Salatkopf kann man nicht ewig lagern. „Da ist viel Logistik und Aufwand mit verbunden.“ Mit der neuen Halle werde das nun einfacher, deren Inbetriebnahme für diesen Herbst geplant ist.

Die beiden Politiker zeigten sich begeistert. „Das ist super, was ihr hier auf die Beine gestellt habt“, lobt Adelt. „Ohne engagierte und glückliche Mitarbeiter geht das nicht und dass die Mitarbeiter hier glücklich sind, das sieht man“. Dem stimmt Bezirksrat Holger Grießhammer zu. „Hier ist das Geld des Bezirks gut angelegt und ich kann nur dazu aufrufen, immer wieder an den Bezirk heranzutreten und Anträge an die Oberfrankenstiftung zu stellen. Das was hier in Martinsreuth ist, ist ein Alleinstellungsmerkmal und darauf kann man zurecht stolz sein.“