Adelt schreibt an Söder: „Wir brauchen Perspektiven!“

04. März 2021

Hof. Angesichts der anhaltend hohen Zahlen im Hofer Land mahnt der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder mehr Unterstützung des Freistaates an. Denn während in weiten Teilen des Freistaates die streng an Inzidenzzahlen gekoppelten Lockerungen dazu führen werden, dass das öffentliche Leben langsam auf die eine oder andere Weise wieder anlaufen kann, wird sich für die Bevölkerung in Stadt- und Landkreis Hof wenig ändern.

„Die Situation ist für die Bevölkerung hochgradig zermürbend“, erläutert Adelt. „Wer mit offenen Augen sich die Lage vor Ort anschaut, weiß, dass die Kontaktbeschränkungen immer weniger eingehalten werden. Wir dürfen uns nicht in die eigene Tasche lügen, denn Fakt ist: Die geltenden Regelungen verkommen immer mehr zum Papiertiger“, so die schonungslose Analyse des Abgeordneten. Der Bevölkerung dürfe man nach einem Jahr Ausnahmezustand das nicht zum Vorwurf machen. Vielmehr brauche es auch für Hotspot-Regionen deshalb auch eine Perspektive. „Stadt- und Landkreis Hof kämpfen mit Hochdruck gegen das Virus an. Die massiv ausgeweitete Teststrategie ist richtig und wichtig, genauso wie die Impfung durch niedergelassene Ärzte.“ All diese Maßnahmen seien aber mit personellem, organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden. Hier brauche es nach Meinung Adelts deshalb mehr Unterstützung des Freistaates für die besonders stark betroffenen Regionen. „Das ist auch eine Frage der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“.

Adelt fordert in seinem Schreiben konkret u.a.:

  • ein Soforthilfeprogramm für Kommunen und Landkreise mit konstant hohen Inzidenzwerten von über 100.
  • Überproportional mehr Impfdosen für besonders stark betroffene Regionen.
  • Die Prüfung eines breit angelegten Einsatzes sog. Gurgel-Tests an Schulen und Kitas.
  • Mehr Perspektive für den Einzelhandel jenseits von Inzidenzwerten. Zutritt zu einem Geschäft mit negativem Schnelltest-Befund auch in Hotspot-Regionen. In diesem Zusammenhang sollte die entsprechende Einrichtung innenstadt-/Zentren-naher Testmöglichkeiten durch den Freistaat in Form eines Modellprojektes aktiv unterstützt werden.

„Ein regionaler Flickenteppich von Lockdowns in unterschiedlichen Härtegraden ist für die wenigsten nachvollziehbar und hat nur zur Folge, dass verstärkt Menschen aus Hochinzidenzgebieten in andere Regionen ausweichen werden. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Maßnahmen stoßen nur dann auf Akzeptanz, wenn sie nachvollzogen werden können. Und ohne Akzeptanz der Maßnahmen lässt sich dieses Virus nicht bezwingen“, so Adelt abschließend.