Deutschland-Takt: Signale auf Grün stellen - Hochfranken muss mit eingebunden werden

09. November 2020

Als im dritten Gutachter-Entwurf zum Deutschland-Takt die ursprünglich geplante und versprochene Fernverbindung nach Norden gekappt wurde, ging ein Aufschrei durch die Region. Kommende Woche wird sich der Bayerische Landtag damit nun beschäftigen. Dann stehen nämlich zwei Anträge zur Änderung des Deutschland-Taktes auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses – einer von den Regierungsfraktionen, einer von der BayernSPD Landtagsfraktion. Beide geben sich damit nicht zufrieden, dass der Osten Oberfrankens vom Fernverkehr abgehängt werden soll. Den Hofer SPD-Abgeordneten Klaus Adelt stimmt das zuversichtlich. Er hat den SPD-Antrag verfasst und hofft auf ein eindeutiges Signal für die Region und vor allem mehr Handlungsdruck auf die Staatsregierung.

„Endlich sind alle maßgeblichen Akteure vor Ort aufgewacht. Denn es ist fünf vor Zwölf. Wir müssen parteiübergreifend die Staatsregierung dazu zwingen, stärker für unsere Region in Sachen Bahnanbindung zu kämpfen als sie das bisher getan hat“, findet Adelt. Denn trotz Lippenbekenntnisse und Beteuerungsversuche ändert der jetzige Entwurf nach Ansicht des Sozialdemokraten nichts daran, dass der Deutschland-Takt eine Verschlechterung des Ist-Zustandes bedeutet. „Wenn das so kommt, bleibt Nürnberg für uns der wichtigste Anschluss für den Schienenfernverkehr – und genau in diese Richtung wird uns die stündliche Direktverbindung weggenommen“, erklärt Adelt. Statt wie bisher abwechselnd umsteigefrei über Bayreuth und Marktredwitz, werde es nur noch im Zwei-Stunden-Takt direkt von Hof nach Nürnberg gehen, abwechselnd mit der Direktverbindung München – Dresden, was wiederum einen Umstieg in Marktredwitz erforderlich machen würde.

Der hochfränkische SPD-Unterbezirksvorsitzende Jörg Nürnberger sieht das genauso. „Das ist eine Verschlimmbesserung für ganz Ost-Oberfranken! Wir laufen Gefahr, dass nach Jahre langem Kampf zwar die Franken-Sachsen-Magistrale und die Strecke nach Regensburg endlich fertig elektrifiziert werden, wir aber dann unter Strom noch schlechter angebunden sein werden als unter Diesel. Das ist doch absurd.“ Für Nürnberger steht deshalb viel mehr auf dem Spiel: „Wenn man dauerhaft nicht umsteigefrei im Stundentakt von Nürnberg nach Dresden kommt wird das Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen haben und damit auch auf die Wirtschaftlichkeit der Strecke. Öfter, schneller, überall ist das hehre Ziel des Deutschland-Taktes, wenn sich nichts an den derzeitigen Planungen ändert, wird’s am Ende vor allem seltener und umständlicher werden, mit dem Zug von A nach B zu kommen. Wir brauchen aber auch genauso dringend eine Stärkung der so wichtigen direkten Anbindung nach Berlin und Leipzig, Wir können uns nicht mit dem Status Quo abfinden“, warnt Nürnberger.

Dass die Regierungsfraktionen sich nun auch für eine bessere Anbindung einsetzen, sehen die hochfränkischen Genossen als gutes Omen. „Andere Regionen wie die Oberpfalz haben es uns vorgemacht, wie es geht. Nur gemeinsam können wir jetzt die Weichen richtig stellen.“, halten Klaus Adelt und Jörg Nürnberger abschließend unisono fest.