Getrübter Sommerspaß: Sanierungsstau bei den Freibädern hält an

13. August 2019

Immer weniger Kinder können schwimmen - Zahl der Badetoten steigt an

Der Sanierungsstau bei den Hallen- und Freibädern in Bayern beläuft sich aktuell auf 1,2 Milliarden Euro. Das besagt der Abschlussbericht der von der Staatsregierung eingesetzten Arbeitsgruppe Schwimmbadförderung. "Das auf jahrelangen Druck der SPD jetzt endlich aufgelegte Förderprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, angesichts des enormen Sanierungsstaus, reicht das aber bei weitem nicht aus", erklärt SPD-Kommunalexperte Klaus Adelt.

Laut einer früheren SPD-Anfrage sind 446 Frei- und Hallenbäder in Bayern sanierungsbedürftig (263 Freibäder, davon 30 von der Schließung bedroht), das ist etwa die Hälfte aller Bäder. Bei 55 von ihnen sind die Schäden sogar so groß, dass sie kurz vor der Schließung stehen. Laut Staatsregierung sind diese Zahlen auch heute noch aktuell.

Laut DLRG können nur noch knapp 40 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule sicher schwimmen. Entgegen dem Bundestrend ist in Bayern auch die Zahl der Badetoten zuletzt angestiegen. 2019 sind bereits 65 Menschen ertrunken. „Das zeigt, dass es ein umfassendes Gesamtpaket der Staatsregierung beim Thema Schwimmen braucht, die Flickschusterei muss aufhören", unterstreicht Adelt. Schwimmunterricht müsse an Schulen wieder an Priorität gewinnen.

Neben Investitionen in die Infrastruktur brauche es auch dringend ein Konzept zur Ausbildung und angemessenen Bezahlung der Bademeister, so Adelt. Zudem seien Freibäder nicht nur als Sportstätten und für das Erlernen des Schwimmens wichtig, sondern auch als gesellschaftlicher Treffpunkt für alle Bürger.