Über 4.000 Häuser in zehn Jahren: Ungewollte Erb-Immobilien unterstreichen das wirtschaftliche Gefälle in Bayern. Besonders Raum Hof betroffen

17. September 2018

Klaus Adelt: Freistaat muss unverkäufliche Schrottimmobilien sanieren oder abreißen, damit sie die ohnehin klammen Städte und Gemeinden nicht noch mehr belasten

Der Freistaat hat in den letzten 10 Jahren 4251 Immobilien zugewiesen bekommen, die Erben zuvor abgelehnt hatten – das bestätigt die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage des oberfränkischen Abgeordneten Klaus Adelt. "Kaum etwas unterstreicht das von der CSU-Regierung mitverantwortete wirtschaftliche Gefälle so sehr wie diese Zahlen", betont Adelt. Während sich in Unter- und Oberfranken je ein Viertel aller ungewollten Erb-Immobilien befinden, kommt das bevölkerungsreiche Oberbayern nur auf gut acht Prozent. Wenn das geerbte Grundstück in Oberfranken nur einen Bruchteil wert ist von dem, was es in Oberbayern einbringen würde und gegeben falls sogar noch eine Hypothek auf dem Gebäude liegt, lehnen die Erben oft dankend ab."

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An den Freistaat gegangene gesetzliche Erbfälle 2007-17

Für die ohnehin klammen Städte und Gemeinden seien insbesondere die Immobilien, die der Freistaat mangels Käufer und Hypothek nicht wieder losbekommt, dann ein Klotz am Bein. Über 900 dieser Immobilien befinden sich seit über fünf Jahren im Besitz des Freistaates – Tendenz steigend, weil der Freistaat mehr erbt als dass er wieder losbekommt. Für Adelt sind das schlichtweg Schrottimmobilien: "Sie sind in aller Regel in einem so schlechten Zustand, dass sie ganze Straßenzüge in Mitleidenschaft ziehen und unattraktiv machen und damit die Entwicklungschancen vor Ort noch mehr minimieren. Das mehr als ein Viertel davon in Oberfranken steht, macht die Sache nicht besser.“

Adelt fordert den Freistaat auf, diese Gebäude zu sanieren oder abzureißen und die Grundstücke dann den Städten und Gemeinden zur Verfügung zu stellen und etwaige Ersatzneubauten zu fördern. "Das ist das Mindeste, nach dem Jahrzehnte lang tatenlos zugeschaut wurde, wie der ländliche Raum ausblutet, weil Schulen, Schwimmbäder und Geschäfte schließen müssen!"

Information: Nachdem Landkreis Main-Spessart, zählen Stadt- und Landkreis Hof zusammengenommen mit 279 in zehn Jahren die meisten Nachlassimmobilien. Bayernweit betrachtet steht fast fünf Prozent aller Nachlassimmobilien im Raum Hof.

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An den Freistaat gegangene gesetzliche Erbfälle in Oberfranken 2007-17