Adelt begrüßt klares Ergebnis. Gegner müssen mit eingebunden werden.

23. Juli 2018

„Wie das bei Großprojekten üblich ist, so scheiden sich auch hier die Geister“, kommentiert SPD-Landtagsabgeordneter die teils hitzigen Debatten um das Brückenprojekt. „Das wir jetzt fürs erste Klarheit darüber haben, ist gut.“ Für den Abgeordneten heißt das aber auch: „Die Brückengegner müssen mit eingebunden werden, sonst wird aus dem touristischen Großprojekt ein Spaltpilz für die Gemeinde.“

Der SPD-Politiker hat sich selbst ein Bild gemacht und die Hängeseilbrücke über die Rappbodetalsperre im Harz angeschaut. Er findet: „Die Brückengegner haben Argumente auf ihrer Seite, die sind nicht so leicht von der Hand zu weisen.“ Allerdings findet Adelt auch: „Aus den Fehlern der anderen kann man lernen. Event- und Selfie-Tourismus, lassen sich vermeiden.“

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Letzten Sommer wanderten auf Einladung Adelts interessierte Bürgerinnen und Bürger mit der SPD durch das Höllental.

Nach Ansicht Adelts müssen dafür folgende drei Voraussetzungen gegeben sein: Erstens, mittels einer Umweltverträglichkeitsprüfung muss sichergestellt werden, dass keine naturschutzfachlichen Argumente gegen die Brücken über das Naturschutzgebiet sprechen. Zweitens, muss vorab geklärt werden, wie die Verkehrsführung angesichts der zu erwartenden hohen Zahl an Touristen geregelt werden soll und schließlich drittens, muss in die vorhandene touristische Infrastruktur investiert werden, vor allem in Marketing, Gastronomie und Beherbergungswirtschaft. Auf Letzteres legt Adelt besonderen Wert.

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Im Winter traf sich Adelt mit den Brückengegnern zu einer Wanderung durchs Höllental. Dabei informierte er sich über die Argumente gegen den Brückenbau. Aus Adelt Sicht, sind diese "nicht alle von der Hand zu weisen."

„Unser Frankenwald ist wunderschön und kann locker mit dem Bayerischen Wald mithalten. Was aber die touristische Infrastruktur betrifft, spielen wir nicht in der selben Liga.“ Das fängt nach Meinung des Abgeordneten schon bei den Übernachtungsmöglichkeiten an. „Wie soll die ganze Region von den Brückentouristen profitieren, wenn wir ihnen nicht mal genügend adäquate Unterkünfte bieten können? Der Bayerische Wald hat in Relation zum Frankenwald durchschnittlich etwa drei Mal so viele Beherbungsunterkünfte und Betten. Der Frankenwald zählte im letzten Jahr etwa 245.000 Gästeankünfte und damit ungefähr genauso viele, wie künftig an Brückentouristen gerechnet wird. Selbst wenn nur ein Bruchteil davon hier übernachten möchte, werden die vorhandenen Kapazitäten vorne und hinten nicht ausreichen, befürchtet Adelt.

„Als Genussregion braucht man unseren Gastronomen nichts vormachen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir ein Sonderförderprogramm brauchen, mittels dem wir Investitionen unterstützen, das neue Projekt mit den vorhandenen touristischen Einrichtungen vernetzen, eine neue Gesamtstrategie entwickeln und damit die vorhandenen Strukturen vor Ort stärken. Für Adelt ist deshalb klar: Mit den Brücken allein ist es nicht getan. „Wenn wir nicht zusätzlich auch in den Ausbau von Rad- und Wanderwegen, in Gastronomie und Hotellerie und in Marketing investieren, bringt uns auch die längste Brücke der Welt nichts.“