Adelt fordert staatliche Mittel für Lebensretter

14. Juni 2018

Bayernweit gibt es knapp 500 Ersthelfergruppen. Vom Freistaat Bayern sehen sie keinen müden Cent.

Sie sind häufig die ersten an Ort und Stelle. Freiwillige, die organisiert Erste Hilfe leisten und damit den sogenannten therapiefreien Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzen, die sogenannten First Responder. Nicht selten, sind es die Minuten, die zwischen Leben und Tod entscheiden.

Bayernweit gibt es 494 Ersthelfergruppen. Davon befinden sich 185 Gruppen in der Trägerschaft der Feuerwehr, 297 befinden sich bei freiwilligen Hilfsorganisationen wie dem BRK, 3 Ersthelfergruppen sind in einer sonstigen Trägerschaft und bei 9 Gruppen liegt eine gemischte Trägerschaft vor.

So unterschiedlich die jeweiligen zugrundeliegenden Strukturen sind, haben sie alles eines gemeinsam: Sie sehen vom Freistaat Bayern keinen müden Cent, wie aus einer schriftlichen Anfrage des SPD-Innenpolitikers Klaus Adelt hervorgeht. Seien es die für die Dienstaufgaben erforderlichen Gerätschaften, deren Anschaffung, Erneuerung und Reparatur oder notwendige Weit- und Ausbildungen der Ersthelfer. Die Kosten werden zu 100ß Prozent durch Fördervereine, Mitgliedsbeiträge, Spenden oder durch die Ersthelfer selbst finanziert. Der Grund: Zwar seien die Ersthelfergruppen eine wertvolle Unterstützung der Rettungsdienste, bei der organisierten Ersten Hilfe handle es sich aber um eine freiwillige Aufgabe und als solche unterliege diese weder dem Sicherstellungsauftrag der Rettungsdienste noch zählt sie zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehren, so die Staatsregierung gegenüber dem Abgeordneten. Vielmehr sei die „Tätigkeit der Ersthelfergruppen […] Ausdruck der für jedermann geltenden Pflicht, in Notfällen die zumutbare Hilfe zu leisten.“ Ein Satz, der den SPD-Politiker auf die Palme bringt. „Wir reden hier doch nicht von Hinz und Kunz, sondern von Tausenden Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit opfern, um anderen Menschen in Not zu helfen. Die Fortbildungen machen, teures Equipment bereitstellen. Die werden ja nicht ohne Grund im Ernstfall von den Rettungsleitstellen angefunkt. Diese Arbeit als Selbstverständlichkeit abzutun und dafür keinen Cent locker zu machen, lässt den notwendigen Respekt vermissen.“

Adelt fordert deshalb eine staatliche Förderung für die Träger der First Responder. „Die Staatsregierung gibt für allerlei Wohltaten Milliarden aus, aber die Finanzierung der Ersthelfer wird den Feuerwehren, Rettungsdiensten und Ehrenamtlichen selbst überlassen. Hier brauchen wir eine finanzielle Entlastung. Das gebietet allein schon der Anstand.“