„Wir brauchen mehr Wohnungen.“

05. August 2017

Adelt sieht verfehlte Wohnungsbaupolitik als Hauptgrund für den verstärkten Zuzug von anerkannten Asylbewerbern nach Hof an.

Hof – Das Hof bayernweit den mit Abstand zahlenmäßig größten Zuzug anerkannter Asylbewerber hat, stimmt auch den SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt bedenklich: „Wenn im Monat 160 neue Asylbewerber nach Hof kommen, dann macht das trotz der sehr guten vorhandenen Infrastruktur von Behörden, sozialen Einrichtungen und Ehrenamtlichen eine gute Integrationsarbeit auf Dauer schwierig.“

Wie die Diakonie Hochfranken ist auch Adelt der Ansicht, dass der bezahlbare Wohnraum der Hauptgrund für die steigende Attraktivität Hofs unter Asylbewerbern ist.

Nach geltendem Recht müssten Flüchtlinge mit dauerhaftem Bleiberecht sich selbst eine Wohnung suchen. Nach Schätzung des Bayerischen Gemeindetages reden wir hier in Bayern von circa 70.000 anerkannten Flüchtlingen, die nun zusätzlich auf dem an sich schon überhitzten Wohnungsmarkt günstigen Wohnraum suchen. Dass sie dabei oft den Kürzeren ziehen, veranschauliche nach Meinung Adelts indes die hohe Zahl an „Fehlbelegern“, also denjenigen, die noch in Gemeinschaftsunterkünften wohnen, obwohl sie sich eigentlich eine eigene Wohnung suchen dürften. „Wenn sich dann herumspricht – oder man es herumsprechen lässt – dass es in Hof günstigen Wohnraum gibt, sind die Konsequenzen klar. Salopp formuliert: Lieber die vier eigenen Wände in Hof als ein Feldbett in München.“

Schuld daran, ist für den SPD-Kommunalexperten in erster Linie die fehlgeleitete Wohnungspolitik der CSU-Staatsregierung. Die Landesmittel zur Wohnungsbauförderung seien zu Jahresbeginn von 159 auf 87 Millionen Euro um fast die Hälfte halbiert worden. Laut Landesamt für Statistik gab es heuer bisher 681 Baugenehmigungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Für den SPD-Politiker eine logische Schlussfolgerung. „Mit Mitteln der staatlichen Wohnungsbauförderung werden im Schnitt bayernweit 3250 Wohnungen im Jahr gebaut und damit nur geringfügig mehr als im Stadtstaat Hamburg. Es ist ja nicht so, dass man das nicht alles hätte schon sehen können“, schimpft Adelt.

„Letzten Endes löst Hof den Wohnungsmangel anderer Kommunen und trägt damit die Konsequenzen der desaströsen bayerischen Wohnungsbaupolitik. Was wir brauchen ist günstiger Wohnraum und zwar da, wo er gebraucht wird und zwar für alle – sei es Rentner, Geringverdiener, junge Familien oder Flüchtlinge. Das nimmt den Druck aus dem Kessel und entlastet am Ende auch Hof.“ Adelt fordert deshalb viel mehr Geld in den Wohnungsbau zu investieren und setzt dabei vor allem auf die Wohnungsbaugesellschaften und Baugenossenschaften: „Gebt ihnen mehr Geld, denn sie wissen, wie es geht.“

Das mehr Wohnraum nicht von heute auf morgen geschaffen werden kann, ist dem Abgeordneten durchaus bewusst. Deshalb muss die Staatsregierung auch jetzt akut Hilfe leisten. „Hof muss entlastet werden – auch finanziell angesichts steigender Sozialausgaben. Auch da sehe ich die Staatsregierung in der Pflicht.“

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