Wir brauchen eine ehrliche Analyse und keine Schönredner

26. September 2017

Letzten Montag waren auf Einladung von Klaus Adelt 50 Bürgerinnen und Bürger aus Stadt- und Landkreis Hof zu Gast im Maximilianeum. Wie nicht anders zu erwarten, nahm der Ausgang der Bundestagswahl in der Diskussionsrunde im Plenarsaal breiten Raum ein.

Der Hofer SPD-Mann Adelt bezeichnete den Wahlausgang als eine herbe Niederlage. Wichtig für die SPD sei jetzt das Ergebnis in aller Ehrlichkeit und Ruhe zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Die Entscheidung in die Opposition zu gehen, sei deshalb die einzig vernünftige, so der Abgeordnete, der seit kurzem auch dem Präsidium der BayernSPD angehört. „Nochmal Große Koalition würde die SPD nicht überleben“, ist sich Adelt sicher und verweist auf die Schicksale sozialdemokratischer Parteien in den Nachbarländern. „Die ersten Schönredner stehen bereits in den Startlöchern. Das dürfen wir aber nicht zulassen. Es gibt nichts schönzureden. Was wir brauchen ist eine ehrliche Diskussion um die Zukunft der deutschen Sozialdemokratie. Ein ‘weiter so‘ kann es nicht geben.“ Ehrlich besorgt zeigt sich der Abgeordnete über das Abschneiden der AfD. „Da sind viele rückwärtsgewandte Spinner und Rechtsextreme dabei. Gegen die müssen wir jetzt klare Kante zeigen.“ Adelt erinnerte dabei an eine Begegnung mit dem AfD-Landesvorsitzenden Bystron. Als sich beide zufällig während der Debatte über das Integrationsgesetz im Bayerischen Landtages einen Aufzug teilten, gab der künftige AfD- dem SPD-Mann unmissverständlich zu verstehen, dass er nur sehr ungerne gemeinsam mit einem Sozialdemokraten im Aufzug fahren würde.

„Da kommt eine neue politische Kultur in die Parlamente, die nicht gut ist. Mit den Christsozialen kann man hart in der Sache streiten und diskutieren. Aber trotz unterschiedlicher Positionen sind wir in der Lage nach der Debatte in der Landtagsgaststätte zusammen ein Bier zu trinken. Für die AfD sind wir aber keine politischen Gegner, sondern politische Feinde, die gejagt werden müssen. Dagegen müssen wir uns als Demokraten zur Wehr setzen.“

Dem stimmten auch die Teilnehmer der Landtagsfahrt zu, die sich entsetzt über das außerordentlich gute Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl zeigten. Zum Schluss ermutigte Adelt seine Gäste ihn und seine Kollegen in Anspruch zu nehmen. „Wenn Sie ein Anliegen oder eine Frage haben, können Sie sich an mich und mein Abgeordnetenbüro wenden. Wir werden uns kümmern und Sie werden eine Antwort bekommen. Ob diese sie zufriedenstellt kann ich Ihnen natürlich nicht versprechen. Wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen, können Sie auch eine Petition stellen. Sie dürfen eines nicht vergessen: Das ist ihr Parlament, wir sind von ihnen gewählt. Beanspruchen Sie uns.“

Im Anschluss an den Besuch des Landtages ging es standesgemäß - für viele zum ersten Mal – auf das größte Volksfest der Welt, die Wiesn. Damit endete eine rundum gelungene Landtagsfahrt nach einem nicht ganz so glücklichen Wahlabend.

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