„Stellen Sie sich den Fragen der Eltern!“

19. April 2021

Adelt fordert Kultusminister Piazolo in einem Schreiben auf, sich den vielen Fragen schulpflichtiger Eltern in Stadt- und Landkreis Hof zu stellen.

Seit über 150 Tagen weisen Stadt- und Landkreis Hof eine 7-Tages-Inzidenz von über 100 auf. Viele Schülerinnen und Schüler haben seit Anfang Dezember die Schule nicht mehr von innen gesehen – und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. So notwendig auch die aktuelle Verschärfung der Maßnahmen aus Sicht des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt ist, weiß er um den Spagat zwischen Kinderbetreuung, Homeschooling und Arbeit, der für viele Eltern und Kinder eine organisatorische Zerreisprobe und enorme Belastung darstellt.

Adelt stimmt das bedenklich: „Ich sehe, wie die Akzeptanz für die Maßnahmen schwindet und das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik auf einen Tiefpunkt gesunken ist. Wer kann es den Familien verdenken?“

Die Notbetreuung werde massiv zurückgefahren, während die Unternehmen von einem konsequenten echten Lockdown verschont bleiben, weshalb Eltern erst in die Bredouille kommen. Auch seien viele Schulen und Kindertageseinrichtungen aus Sicht des SPD-Politikers noch lange nicht pandemiefest. Statt in einer landesweiten Kraftanstrengung alle Schulen mit ausreichend CO2-Sensoren und Luftfilteranlagen auszustatten, werde in einem Kompetenzgerangel die Verantwortung nach unten an die Kommunen geschoben, ohne diesen ein ausreichendes und hilfreiches Förderprogramm mit an die Hand zu geben.

„Die Pandemie wird auf dem Rücken der Familien ausgetragen“, findet Adelt. Gerade im Schulbereich seien noch zu viele Fragen offen, zumal in Stadt- und Landkreis Hof noch gar nicht abzusehen sei, ob das Gros der Schülerinnen und Schüler die Schulen in diesem Schuljahr noch einmal von innen sehen wird. Ungeklärt ist das Übertrittsverfahren der Viert-Klässler und die Frage der Abschlussprüfungen. Völlig ungeklärt sei außerdem die Frage der Rückkehr der SchülerInnen und Schüler aus der Pandemie, gerade aus sozial benachteiligten Familien.

„Die Eltern haben Fragen“, schlussfolgert der Hofer Landtagsabgeordnete deshalb in einem Brief, den er anlässlich dessen an Kultusminister Piazolo geschickt hat. Sein Wunsch: Piazolo soll sich in einer Videokonferenz den Fragen der Hofer Eltern stellen. „Die Familien fühlen sich im Stich gelassen. Nehmen Sie die Sorgen und Wünsche ernst und stellen Sie sich den Fragen!“ Eine entsprechende Videokonferenz mit ElternvertreterInnen ließe sich nach Meinung des Abgeordneten ganz einfach über das Schulamt organisieren – oder notfalls von ihm selbst. „Das Angebot steht!“, so Adelt abschließend.

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