SPD-Anfrage offenbart: Einkommen in Bayern ist sehr ungleich verteilt. Adelt fordert mehr Engagement von München

27. November 2017

Das durchschnittliche Einkommen im Landkreis Hof liegt bei 21.187 Euro im Jahr und damit 2.471 Euro unter dem Durchschnittseinkommen in Bayern. Noch gravierender ist es in der Stadt Hof; bei einem durchschnittlichen Einkommen von 20.367 Euro liegt die Differenz bei 3.291 Euro.

Hof/München. Die Einkommen in Bayern sind sehr ungleich verteilt. Das zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine SPD-Anfrage. So haben die Menschen in Stadt- und Landkreis Hof nach Abzug von Steuern und Sozialleistungen durchschnittlich 2.471 bzw. 3.291 Euro weniger Geld im Jahr zur Verfügung als der Durchschnitt in Bayern. Die Saalestadt liegt damit bayernweit auf dem dritten Platz – von hinten. Die vorliegenden Daten offenbaren dabei auch ein wachsendes Stadt-Land-Gefälle, denn während die Löhne im Landkreis von 2012 bis 2015 um 4,5 Prozent angestiegen sind und damit sogar leicht über dem Landesdurchschnitt (0,3 %) liegen, sind die Löhne in der Stadt lediglich um 2,7 Prozent angestiegen.

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Für den SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt zeigen die Zahlen vor allem eines: „Von gleichwertigen Lebensverhältnissen sind wir noch weit entfernt. Zwar relativieren die höheren Lebenshaltungskosten in den Ballungszentren die Unterschiede zu einem Teil. Aber eben nur zu einem Teil.“ Der demografisch bedingte Bevölkerungsverlust im ländlichen Raum und der Zuwachs in den Ballungsräumen sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Während in den großen Städten die Mieten schneller steigen als die Einkommen, suchen die Firmen im ländlichen Raum zunehmend nach Fachkräften. Was Adelt besonders Sorgen bereitet: Die Einkommen zwischen Ost- und Westoberfranken liegen 1.500 Euro auseinander. Während in Hof, Wunsiedel und Bayreuth die Einkommen durchschnittlich um 3,48 Prozent angestiegen sind, waren es in Bamberg, Lichtenfels und Coburg durchschnittlich 4,35 Prozent.

Der Osten Oberfrankens laufe nach Ansicht des SPD-Politikers trotz einer positiven Entwicklung in den letzten Jahren Gefahr den Anschluss zu verlieren. Die strukturpolitischen Impulse, die es zweifelsohne aus München gebe, seien aller Ehren wert aber das reiche noch nicht, findet Adelt: „Sich zu bemühen, war schon in der Schule nicht ausreichend. Die Tatsache, dass die Elektrifizierung nach Bamberg vom Tisch ist, steht exemplarisch dafür, was falsch läuft. In Sachen Behördenverlagerungen, Förderoffensive und Schieneninfrastruktur muss einfach mehr kommen.“ Der Abgeordnete sieht aber nicht nur die Staatsregierung in der Pflicht, sondern auch die Unternehmen: „Ich höre immer wieder von jungen Menschen mit einer guten Ausbildung, dass sie von manchen Firmen Angebote bekommen, die schlichtweg nicht mehr zeitgemäß sind. Man muss den Menschen auch einen Anreiz geben hier zu bleiben bzw. hierher zu kommen.“

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