Sommertour: Adelt blickt hinter die Kulissen der Hofer Bäder

15. August 2019

Hof. Bayernweit gelten 446 Frei- und Hallenbäder als sanierungsbedürftig, 55 von ihnen droht sogar die Schließung, der Sanierungsstau beläuft sich auf ca. 1,2 Milliarden Euro – die Situation an und um den Beckenrand ist schon längst zum Politikum geworden. Nicht von ungefähr hat der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt seine traditionelle Sommertour, bei der er die parlamentarische Pause nutzt, um hinter die Kulissen von Betrieben, Institutionen und Einrichtungen zu blicken, nun im HofBad gestartet.

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Michaela Franke, Bäderleiterin HofBad GmbH, Landtagsabgeordneter Klaus Adelt, Jean Petrahn, Geschäftsführer Stadtwerke Hof GmbH. Bild: Leitl.

Das Bad, eine 100 Prozentige Tochter der Hofer Stadtwerke, ist derzeit wie jeden Sommer für mehrere Wochen geschlossen, je nachdem wie lange die Sanierungsarbeiten andauern – und saniert wird ständig. „Wir investieren immer, durchschnittlich eine Million Euro jährlich“, bilanziert Stadtwerke-Geschäftsführer Jean Petrahn. Das zahlt sich aus: Ein Gutachten beschied dem HofBad vor kurzem erst einen „guten Zustand“ – für ein fast 30 Jahre altes Bad alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Die Hofer Bäderleiterin Michaela Franke, die gemeinsam mit dem Stadtwerkechef den Abgeordneten durch das Schwimmbad führte, zeigte auf, welche Baumaßnahmen heuer anstehen: Neben neuen Sammelumkleiden für die Schülerinnen und Schüler sowie neuen Fenstern im Eingangsbereich, wird vor allem im Saunabereich auf Hochtouren gewerkelt. Dort entsteht im ersten Stock ein ganz neuer Bereich mit einer neuen Panoramasauna und einer Eis-Sauna zum Abkühlen. Die Bäderverantwortlichen erhoffen sich dadurch noch mehr Besucher, denn mittlerweile ist die immer größer werdende Hofer Saunalandschaft der Besuchermagnet der Hofer Bäder, erzählt Franke.

Allein kostendeckend ist auch die Sauna nicht. Die Einnahmen decken lediglich ein Drittel der Gesamtkosten, beim HofBad ist es gar nur ein Viertel, beim Freibad reden wir von 10 bis 15 Prozent. Ohne Quersubventionen der gewinnbringenden Energie- und Wassersparte der Stadtwerke wären die Hofer Bäder nicht zu halten. Ein Grundproblem, mit dem die meisten Städte und Gemeinden zu kämpfen haben und das zu einem großen Teil die prekäre Gesamtsituation in der Bäderlandschaft erklärt. Denn wenn bereits die Kostendeckung des laufenden Betriebs ins Geld geht, woher sollen dann die Mittel für ständige Investitionen, Sanierungsmaßnahmen und Instandsetzungen kommen?

Ein schmaler Grat ist das, den man da gehen muss. Das zeigt sich vor allem in den Bereichen, von denen der normale Besucher nichts mitbekommt – in den weitverzweigten Katakomben unterhalb der Becken. Hier durchläuft das Wasser einen hochkomplexen Kreislauf der Wiederaufbereitung, ehe es ins Becken zurückfließt. Auf diese Weise wird allein das Wasser des Whirlpools alle vier Stunden komplett gereinigt, das Wasser im Schwimmerbecken einmal am Tag. Dank beständiger, teils millionenschwerer Investitionen hat Hof mit der Ultrafiltration das Neueste, was es in Sachen Wasseraufbereitung für Bäder auf dem Markt gibt. Dadurch gelang es beispielsweise den Frischwasserverbrauch von 3.000m³ im Monat auf die Hälfte zu reduzieren. Damit werden nicht nur die Betriebskosten gesenkt, es ist auch gut für die Umwelt.

Beim Außenbecken ist man indes an die Grenzen des Machbaren gestoßen. Das Becken hatte zum Schluss 7.000 Liter Wasser am Tag verloren und hätte mit der dazugehörigen Technik grundlegend saniert werden müssen. Gerechnet wurde mit Kosten von einer halben Million Euro und mehr – für den kommunalen Bäderbetrieb am Ende zu viel Geld, nicht zuletzt der hohen Betriebskosten wegen, die das Beheizen des Beckens gekostet hat.

Klaus Adelt zeigte sich beeindruckt. „Hof hält seine Bäder in Schuss, alle Achtung!“ Für ihn habe sich wieder einmal gezeigt, dass kommunale Bäder keine Selbstverständlichkeit seien: „Für mich sind Schwimmbäder Daseinsvorsorge, die zu erhalten auch Aufgabe des Staates sein muss. Angesichts der Komplexität der Technik sowie der damit verbundenen Kosten, sind die bisher vom Freistaat zur Verfügung gestellten Mittel nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das wird hinten- und vorne nicht langen. Da muss und wird nachgesteuert werden,“ ist sich Adelt sicher.

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