Sanierungsstau bei Bayerns Bäder wird immer schlimmer

13. August 2018

SPD-Anfrage zeigt: Sanierungskosten der Hallen- und Freibäder im Freistaat beläuft sichmitlerweile auf über eine Milliarde Euro

Bayerns Städte und Gemeinden schätzen die voraussichtlichen Sanierungskosten ihrerHallen- und Freibäder auf über eine Milliarde Euro. Das geht aus einer Anfrage desSPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt hervor. Nach aktuellem Stand sind 447 Bädersanierungsbedürftig, wobei 53 von Ihnen aufgrund massiver Mängel die Schließung droht. Adeltzeigt sich angesichts der prognostizierten Sanierungskosten schockiert. „Es war klar, dass esschlimm ist, dass wir aber von einer Milliarde Euro sprechen, das ist nicht nur katastrophal,sondern ein Skandal.“

sanierungsstau
Prognostizierte Sanierungskosten je Regierungsbezirk; Grafik: SPD-Bürgerbüro Klaus Adelt.

Denn, so der SPD-Kommunalexperte, die CSU-Staatsregierung wisse seit mehr als einemhalben Jahr wie schlimm die Lage ist. Im Januar habe sie bereits bei den Kommunen eineentsprechende Erhebung angestrengt. „Obwohl die Zahlen auf dem Tisch liegen, lässt siezwei Nachtragshaushalte verstreichen ohne auch nur einen einzigen Cent für Bayerns Bäderbereitzustellen“, schimpft Adelt. „Die CSU hat unseren Antrag zum ersten Nachtragshaushaltzur Förderung von Schwimmbädern abgelehnt. Vielmehr noch: Der Finanzminister hat unswegen einem geforderten 25 Millionen Euro schweren Härtefonds unseriöse Finanzpolitikvorgeworfen, wohlwissentlich, dass der Sanierungsstau sich auf eine Milliarde Euro beläuft!"

Adelt: „Die CSU will das Thema unter den Teppich kehren aber wir lassen ihr das nichtdurchgehen. Angesichts der Tatsache, dass sich die prognostizierten Sanierungskosten für dieakut von der Schließung bedrohten Bäder auf über 150 Millionen Euro belaufen, brauchen wirein Sofortprogramm. Wir haben genug Geld für ein Luftfahrprogramm und gleichzeitig gehenunsere Bäder baden. Das ist lächerlich!“

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