Rothenbürger kämpfen um ihren Bedarfshalt.

06. Februar 2018

Selbitz/Rothenbürg. Die Rothenbürger Bevölkerung setzt ein deutliches Zeichen. Sie will den stündlichen Bedarfshalt zurück. Landtagsabgeordneter Klaus Adelt unterstützt das Vorhaben.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember letzten Jahres wird der Bahnbedarfshalt in Rothenbürg und Stegenwaldhaus nur noch alle zwei Stunden im stündlichen Wechsel bedient. Was für die Fahrplanplaner in eine kleine Lappalie sein mag, bedeutet für die Bevölkerung in den Selbitzer Ortsteilen die zweite Verschlechterung im Schülerverkehr binnen zwei Jahren.

Der Hofer SPD-Landtagsabgeordnete hat sich deshalb bereits an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in München gewandt, die im Auftrag des Freistaats den Nahverkehr plant und bestellt. Diese hatte daraufhin zwar in Aussicht gestellt, zu prüfen, ob der weggefallene 16.00 Uhr-Halt wieder bedient werden kann, prinzipiell hält sie aber am neuen Fahrplan fest. Die Durchbindung von Bad Steben über Hof, Marktredwitz nach Coburg bedeute unterm Strich eine Verbesserung, so die BEG.

Das wiederum bezweifelt Klaus Adelt, der sich an diesem Montag mit über zwanzig Betroffenen, Mitgliedern des SPD-Ortsverein Selbitz sowie dem Bürgermeister Stefan Busch am Bedarfshalt in Rothenbürg getroffen hat. „Wenn angeblich so wenige Menschen den Bedarfshalt nutzen, warum kann man ihn dann nicht bedienen? Das widerspricht sich doch, zumal wir hier ja nur von einer Verzögerung von einer Minute reden“, so Adelt. Das sahen auch die Anwesenden so. Der Zug fahre ja sowieso in Schrittgeschwindigkeit durch, dann könne man bei Bedarf auch kurz mal anhalten, so die einhellige Meinung. Eine Schülerin musste bereits jetzt drei Mal von Selbitz nach Rothenbürg laufen, weil kein Zug gefahren sei. Die berufstätige Mutter findet das alles andere als toll.

Das sah Adelt genauso: „Wir können in München nicht immer nur vom ländlichen Raum reden und vor Ort dann den ÖPNV ausdünnen bis geht nicht mehr.“

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