Nationalpark Frankenwald: Adelt – Geht es um Naturschutz oder Regionalförderung? Offene Fragen müssen schnellstmöglich geklärt werden.

02. Juni 2017

Hof - „Der Frankenwald ist so schön, wie er ist. Die Frage ist, ob er auch als Nationalpark so schön bleiben wird?“ fragt sich der Hofer SPD-Abgeordnete Klaus Adelt angesichts aktueller Zahlen, die ihm das Umweltministerium heute auf Anfrage mitgeteilt hat.

Demnach fielen in den beiden Staatsforsten Nordhalben und Rothenkirchen laut Umweltministerium allein im letzten Jahr 34.000 Tausend Festmeter an Käferholz an, also Waldbestände, die vom Borkenkäfer befallen wurden und geschlagen werden mussten, um eine Ausbreitung des Insektenbefalls zu verhindern. Waldbestände, die man in einem Nationalpark unberührt lassen würde. „Der Borkenkäfer könnte sich dann ungehindert weiter ausbreiten. Die Folgen könnten fatal sein“, gibt Adelt zu bedenken.

Frankenwald_NP1

Gleichwohl der SPD-Umweltpolitiker Klaus Adelt dem Vorschlag den Frankenwald zum Nationalpark zu machen nach wie vor skeptisch gegenübersteht, begrüßt er den ergebnisoffenen Dialogprozess, an dem er sich „selbstverständlich kritisch-konstruktiv“ beteiligen wird. „Ich gehe davon aus, dass die Bevölkerung der umliegenden Landkreise mit eingebunden wird, angesichts der Tatsache, dass ganze 11.212 ha Staatswald des Forstreviers Nordhalben außerhalb des Landkreises Kronach liegen, davon ein großer Teil im Landkreis Hof.

Frankenwald_NP2

„In der gegenwärtigen Diskussion bekommt man den Eindruck es geht hier um regionale Wirtschaftsförderung und nicht darum, die Natur zu schützen, wie es das Bundesnaturschutzgesetz in Bezug auf Nationalparke vorsieht.

Viele Fragen sind noch offen und die müssen jetzt schnellstmöglich geklärt werden:

  1. Warum wird der Frankenwald aus naturschutzfachlichen Gründen in Betracht gezogen, der Steigerwald jedoch nicht?

  2. Wie hoch schätzt das Ministerium die Gefahr ein, dass der Frankenwald zur Brutstätte des Borkenkäfers werden könnte?

  3. Mit welchen wirtschaftlichen Verlusten und Einbußen ist durch einen Nationalpark Frankenwald angesichts der Tatsache zu rechnen, dass die Forstbetriebe Nordhalben und Rothenkirchen 2016 zusammen ein Geschäftsjahresergebnis von 4,13 Millionen Euro erwirtschaftet haben, wer entschädigt wen und welchen Einfluss hat das auf die Region?

Frankenwald_NP3

„Wenn der ergebnisoffene Dialog ernstgemeint ist, müssen alle Beteiligten wissen woran sie sind.“

Teilen