„Ich wiederhole: Wir brauchen mehr Wohnungen.“

11. August 2017

Bezugnehmend auf die jüngste Attacke seitens der Hofer CSU erklärt Klaus Adelt folgendes:

„Bevor man sich aus wahltaktischen Gründen gleich empört, sollte man sich die Mühe machen und meine Stellungnahme in Gänze lesen. Mit keinem Wort habe ich die mit dem Zuzug anerkannter Flüchtlinge verbundenen Herausforderungen in Abrede gestellt. Ich halte den konzentrierten Zuzug wie auch Herr Fichtner für bedenklich. Möchte man sich diesen Herausforderungen stellen, muss man sich jedoch fragen, warum Hof für viele anerkannte Asylbewerber so attraktiv ist. Die Antwort lautet Wohnraum.

An dieser Stelle möchte ich gerne auf einen Aspekt meiner vorangegangenen Stellungnahme zurückkommen, der sehr wichtig ist: Nach geltendem Recht müssen Flüchtlinge mit dauerhaftem Bleiberecht sich selbst eine Wohnung suchen. Nach Schätzung des Bayerischen Gemeindetages reden wir hier in Bayern von circa 70.000 anerkannten Flüchtlingen, die zusätzlich auf dem an sich schon überhitzten Wohnungsmarkt nach günstigem Wohnraum suchen. Dass diese bei der Wohnungssuche oft den Kürzeren ziehen, veranschaulicht die hohe Zahl an „Fehlbelegern“, also denjenigen, die noch in Gemeinschafts-unterkünften wohnen, obwohl sie in eine eigene Wohnung ziehen dürften. Wenn sich nun herumspricht, dass es in Hof ausreichend günstigen Wohnraum gibt, dann ist es nicht verwunderlich, wenn die Flüchtlinge sich für die eigenen vier Wände in Hof entscheiden, anstatt in der Gemeinschafts-unterkunft weiter auszuharren.

Wenn man einmal den Blick über den Tellerrand wagen würde – was der Hofer CSU ja bekanntlich schwerfällt – könnte man zur Kenntnis nehmen, dass es bereits in Bayreuth schwierig ist, eine bezahlbare 3-Zimmer-Wohnung zu finden (siehe NK vom 30.3.17; NK vom 27.7.16).

Diesen Wohnraummangel hat v.a. die Staatsregierung zu verschulden, weil sie seit Jahren viel zu wenig Geld für den sozialen Wohnungsbau in die Hand nimmt und nur mangelhaft fördert. Das erhöht den Druck zusätzlich und der entlädt sich jetzt in Richtung Hof.

Was wir schon seit langem bräuchten, wäre günstiger Wohnraum und zwar da, wo er gebraucht wird (in den Ballungszentren) und für alle, die ihn brauchen – egal ob Rentner, Geringverdiener, junge Familien oder Flüchtlinge.

Fakt ist: Wir hätten das Problem in Hof nicht in diesem Maße, wenn die Staatsregierung in Sachen Wohnungsbau einlenken würde. Im Übrigen ist es schön, wenn Herr Fichtner und Herr König schon vor Monaten Briefe nach München geschickt haben. Ich schlussfolgere daraus, dass Sie anscheinend bis heute nichts bewirkt haben."

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