Corona: Adelt fordert mehr Unterstützung für Clubs und Musikspielstätten

02. Juni 2020

„Wir waren die ersten, die zugemacht haben und werden wohl die letzten sein, die wieder aufmachen können".

Der Bundesverband für Musikspielstätten, LiveKomm, warnt in einem heute veröffentlichten Brief vor einem bundesweiten Clubsterben. Davon bliebe auch Hof nicht verschont befürchtet der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Adelt. In einem Schreiben an Kulturminister Sibler fordert er deshalb mehr Unterstützung für die Clubszene in Bayern.

Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst
Herrn Staatsminister
Bernd Sibler, MdL
80327 München

Hof, den 1. Juni 2020

Betrifft: Musikspielstätten und Clubs finanziell unterstützen.

Sehr geehrter Herr Staatsminister,

die im Zuge der Covid-19 Pandemie getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung waren und sind wichtig, um die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und die Kontrolle über die Ausbreitung des gefährlichen Virus soweit als möglich zu behalten.

Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass die damit verbundenen weitgehenden Einschränkungen die Gastronomie sowie Kultur- und Kreativbranche sehr hart treffen, insbesondere diejenigen, die sich dazwischen bewegen: Die bundesweit mehr als 550 Clubs und Veranstaltungsräume für Kultur und Konzertveranstalter sowie kleine Festivals.

Viele von ihnen haben die ihnen zustehende Soforthilfe bereits verbraucht, ohne dass eine Öffnung ihrer Lokalitäten in naher Zukunft in Aussicht steht. Die bereits jetzt vorhandene Liquiditätskrise angesichts anhaltender laufender Kosten betrifft bei weitem nicht nur die Metropolregionen des Freistaates, sondern auch den ländlichen Raum.

Es bleibt zu befürchten, dass insbesondere der ländliche Raum von einem möglichen Clubsterben – vor dem der Bundesverband LiveMusikKommission in seinem heutigen offenen Brief nochmals eindringlich warnt – betroffen sein wird. Gerade dort also, wo sie als wichtiger Treffpunkt junger Menschen dienen. In meinem Stimmkreis betrifft das u.a. das Rockwerk in Hof.

Wenngleich ich selbst vermutlich nicht als regelmäßiger Clubbesucher durchgehe, weiß ich um deren Bedeutung. Clubs haben eine Daseinsberechtigung – auch jenseits der Ballungsräume.

Sehr geehrter Herr Minister,

angesichts der Bedeutung von Clubs auch für die Popkultur möchte ich Sie auffordern, sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, auch als Vorsitzender der Kulturministerkonferenz, für eine schnelle, unbürokratische weitergehende Förderung von Clubs und Veranstaltungsstätten einzusetzen.

Andernfalls werden vielerorts die Lokalitäten schließen, in welchen man nach der Krise deren Ende feiern könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Adelt, MdL

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