Beleidigter Minister schickt Pressesprecher vor: Posse um Piazolo. Kultusminister zeigt Hofer Eltern die kalte Schulter.

07. Mai 2021

Ursprünglich wollte der Hofer Landtagsabgeordnete Klaus Adelt Kultusminister Piazolo die Fragen der Hofer Eltern zur Schulsituation im Corona-Hotspot persönlich überreichen. Daraus wurde nichts. Nach langem Warten kam am Ende nämlich nicht der Minister, sondern sein Pressesprecher. Bereits im Vorfeld zeichneten sich „atmosphärische Störungen“ ab, wie Adelt süffisant bemerkte. Über seinen Büroleiter ließ der Minister im Vorfeld des vereinbarten Treffens seinen Unmut über die jüngste Pressemitteilung des Abgeordneten zum Ausdruck bringen. Piazolo störte sich daran, dass Adelt ihn darin kritisierte, sich nicht den Fragen der Eltern direkt zu stellen.

Weil das Treffen trotzdem nicht formell abgesagt wurde, wartete der stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende wie vereinbart auf den Kultusminister. Der aber kam nicht, sein Büro bat um Geduld – und schickte am Ende nach rund zwei Stunden den Pressesprecher. Für Adelt ein Unding: „Ich kann warten, das ist nicht das Problem. Die Antworten auf die drängenden Fragen der Hofer Eltern können es nicht!“ Und es waren viele Fragen. Innerhalb von 36 Stunden erhielt das Büro des Abgeordneten rund 100 Zuschriften. In jeder Einzelnen schilderten die Eltern eindrücklich wie die Situation für sie und ihre Kinder ist. Adelt ist dafür dankbar. „Mir hat das nochmal eindrücklich vor Augen geführt, wie angespannt die Lage ist, wie viel wir den Eltern und Kindern in Wirklichkeit zugemutet haben und noch immer zumuten!“

Dass Piazolo so dünnhäutig auf berechtigte Kritik reagiert, dafür hat der Abgeordnete kein Verständnis. „Die Eltern und Kinder sind am Ende ihrer Kräfte und wenn man das kritisiert, macht der zuständige Minister auf beleidigte Leberwurst. Am Ende zeigt er nicht mir, sondern den Eltern und Kindern die kalte Schulter. Ich finde das untragbar.“

Den Fragen wird sich Piazolo dennoch stellen müssen. Adelt hat die Fragen der Eltern nun zu parlamentarischen Anfragen zusammengefasst – insgesamt sind es 80 Fragen aufgeteilt auf 13 Anfragen. Auf die muss das Kultusministerium antworten, und zwar binnen 4 Wochen. „Die Bekämpfung der Pandemie wird auf dem Rücken der Familien und Kinder ausgetragen. Was es bräuchte wäre echtes Krisenmanagement statt verletzter Eitelkeiten. Wenn er das nicht kann, sollte er seinen Job wen anderes machen lassen.“

Hintergrund Der Hofer SPD-Abgeordnete Klaus Adelt hatte Kultusminister Piazolo mit einem offenen Brief dazu aufgefordert, sich den Sorgen und Nöten der Hofer Elternschaft in einer Videokonferenz direkt zu stellen. Piazolo bot Adelt daraufhin ein Gespräch an und sagte die Beantwortung der Fragen der Hofer Elternschaft zu. Einen direkten Dialog mit den Eltern lehnte er ab. Dieses Gespräch hätte am vergangenen Mittwoch stattfinden sollen.

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