Bäder: Adelt fordert Bayernweite Förderung statt Prestigeprojekte.

10. September 2018

Bis zu 34 Millionen Euro soll das Isarflussbad in München kosten, das Markus Söder nun mit einem „substantiellen“ Betrag des Freistaates fördern möchte. Bei dem SPD-Kommunalexperten Klaus Adelt stößt das auf absolutes Unverständnis. „Für ein kommerzielles Prestigeprojekt in München macht die CSU-Staatsregierung das möglich, was bayernweit seit Jahren an ihrem Widerstand scheitert. Was wir brauchen ist eine bayernweite, zuverlässige Förderung von öffentlichen Schwimm- und Freibädern, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und nicht nach dem medialen Interesse von einzelnen Projekten.“

„Für jedes Bad, dass seine Pforten nicht mehr öffnen wird, weil Geld für die Instandsetzung fehlt, gibt es einen Verantwortlichen – das ist der frühere Finanzminister und jetzige Ministerpräsident. Das sind seine Bäder. Das sind Söderbäder! In seinem Aktionismus verpulvert er derzeit Millionen um Millionen, während er bei wichtigen anstehenden Investitionen in die Infrastruktur des ländlichen Raums lieber einen Arbeitskreis einrichtet anstatt zu Handeln.“ Zum Hintergrund: Wie eine SPD-Anfrage ergeben hat, sind bayernweit 447 Bäder sanierungsbedürftig, wobei 53 davon aufgrund massiver Mängel die Schließung droht. Der Sanierungsstau wird von den Kommunen auf über eine Milliarde Euro beziffert. Entsprechende Anträge der SPD einen Härtefallfonds einzurichten und die Sanierung solcher Bäder zu fördern, wurden wiederholt abgelehnt. Mittlerweile wurde ein Arbeitskreis eingerichtet, der eine finanzielle Förderung prüfen soll. Im Raum Hof sind vor allem die sanierungsbedürftigen Freibäder Zell und Naila auf finanzielle Unterstützung des Freistaates angewiesen.

Teilen