Adelt will’s wissen: Abgeordneter testet ÖPNV auf seine Alltagstauglichkeit hin.

22. September 2017

Wie ist der öffentliche Personennahverkehr in Stadt- und Landkreis Hof? Um dieser Frage nachzugehen, machte der Hofer SPD-Landtagsabgeordnete die Probe aufs Exempel. Das Ziel: Einmal von Selbitz nach Hof, zum Landratsamt und zurück.

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Um 8.59 Uhr startet die Tour am Bahnhof Selbitz.

Adelts Fazit fällt überraschend positiv aus: „Das hat zugegebenermaßen besser geklappt als erwartet. Innerhalb einer Stunde vom Bahnhof Selbitz zum Landratsamt, zwischen Bus und Bahn gut getaktet mit nur einem Umstieg am Hauptbahnhof. Da ist Ok.“ Voll des Lobes ist Adelt indes über die Busfahrer. „Das ist kein einfacher Job und trotzdem waren die Fahrer zuvorkommend, freundlich und auskunftsbereit.“ Was nach Ansicht Adelts aber gar nicht geht ist der Fahrpreis. „Einmal Selbitz – Landratsamt und zurück machen 13,40 Euro. Das ist einfach zu viel. Es kann nicht sein, dass für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel der ÖPNV zum Luxusgut wird.“

Der Hochfranken-Tarif im Busverkehr ist zwar gut, ein gemeinsamer Tarifverbund aus Bahn und Bus wäre aber besser. Die Verbindung von Selbitz nach Hof sei in Ordnung. In einem gemeinsamen Tarifverbund könne man das jedoch noch besser ausbauen, ist sich Adelt sicher. „Mit dem Auto oder Bus zum jeweils nächstgelegenen Bahnhof und dann nach Hof und innerhalb Hofs wieder mit dem Bus in Kombination mit einer gemeinsamen, benutzerfreundlichen App und alle haben was davon“, findet Adelt. Das Problem derzeit sei, dass keine Zahlen vorliegen. „Keiner weiß, wie teuer der gemeinsame Tarifverbund wem zu stehen kommen könnte. Aber ohne Berechnungsgrundlage geht es nicht weiter. Hier brauchen wir möglichst schnell Daten auf dem Tisch“.

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Wieder zurück am Hauptbahnhof. Adelt informiert studiert den Fahrplan.

Der Abgeordnete hat sich deshalb in einem Schreiben an Bayerns Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn, Klaus-Dieter Josel, gewandt. Von dem Bahnmanager möchte Adelt in Erfahrung bringen, woran es derzeit aus Sicht der Bahn hapert. Der Politiker selbst ist sich sicher: „Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass dieser Verbund für beide Seiten eine Win-Win-Situation darstellen und alle Verbundpartner davon profitieren würden“, schreibt der Abgeordnete an Josel. Es gelte „jetzt die vorhandenen Bedenken auszuräumen, um einen Schritt vorwärts zu kommen.“ Auch wenn das Gros der lokalen Verbindungen private Bahnen übernommen haben, sieht Adelt vor allem die Deutsche Bahn als Unternehmen der öffentlichen Hand in der Pflicht: „Wenn die Bahn vorprescht, werden alle anderen nachziehen.“

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