Adelt: Ortsumgehung bietet auch Chancen.

19. Februar 2021

SPD-Landtagsabgeordneter Klaus Adelt verfolgt die Diskussion um die Ortsumgehung Oberkotzau genau. Jetzt meldet er sich zu Wort. „Ich habe lange überlegt, ob ich mich in diese Diskussion wirklich mit einklinken soll“, räumt der Landtagsabgeordnete ein. Denn „der Onkel von auswärts, der alles besser weiß, wird auf Familienfeiern nicht allzu gern gesehen.“ Allerdings hat der Bürgerentscheids aus Sicht Adelts nicht nur aus verkehrspolitischer Sicht Signalwirkung für das gesamte Hofer Land.

Die Diskussion um das Für und Wider von Ortsumgehungen werde immer intensiv und kontrovers diskutiert. „Ortsumgehungen stellen einen Eingriff in die Naturlandschaft dar und es entstehen bei Anwohnern und Landwirten Betroffenheiten. Das ist klar und auf diese Sorgen muss man eingehen. „Mit einer Ortsumgehung wird nicht automatisch alles gut.“ Genau aus diesen Gründen gebe es in Deutschland ein ausführliches und langwieriges Planfeststellungs-verfahren, bevor der erste Bagger anrollt. In Oberkotzau sei dies vollumfänglich geschehen. Einwände wurden bearbeitet, Klagen zum Teils höchstrichterlich entschieden. Es besteht Baurecht, die Finanzierung ist geklärt. Eigentlich könnte es jetzt losgehen. Dass es erst zu diesem Zeitpunkt zu einem Bürgerentscheid komme, sei aber nicht ungewöhnlich, denn vielen werde erst dann bewusst, was eine Umgehung eigentlich bedeute, wenn es fünf vor zwölf ist.

Bereits bei Ernst Schrödel, dem Vorgänger des jetzigen Bürgermeisters, wurde die Umgehung intensiv diskutiert, erinnert sich der Abgeordnete. Der damalige Bürgermeister habe mit Vehemenz für die Umgehung gekämpft. Aus seiner Sicht aus guten Gründen: „Ortsumgehungen bieten auch Chancen. Das sieht man an Marktrodach, Wallenfels aber auch Selbitz“. Im Fall von Oberkotzau, da ist sich der Abgeordnete sicher, treffe das auch zu. „Das ist die Möglichkeit den Kernort weitgehend frei von Schwerlastverkehr und den damit verbundenen Problemen wie Verkehrssicherheit, Lärm und Feinstaub komplett neu zu entwickeln. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern kann sich Oberkotzau aus stadtplanerischer Sicht ein komplett neues Gesicht geben. Aus einer Vielfahrstrecke kann ein Ort der Begegnung und Ruhe werden, eine verkehrsberuhigte, grüne Zone, die zum Verweilen und Einkaufen einlädt.“ Natürlich sei das viel Zukunftsmusik – aber darum geht es ja am Ende auch, findet Adelt. Als Außenstehender vermisse er das ein wenig in der gegenwärtigen Diskussion, in der es mehr um die Abwägung von Risiken gehe, aber nicht um Chancen.

Dass die Bürgerinnen und Bürger jetzt entscheiden, findet der SPD-Politiker gut. „Das ist Demokratie und nur so lässt sich das letzte Kapitel dieser unendlichen Geschichte abschließen.“ Mit Sorge betrachte er allerdings die zunehmend mit härteren Bandagen geführte Auseinandersetzung in der Marktgemeinde. „Wichtig ist, dass das von allen akzeptiert wird und sich Befürworter wie Gegner am Ende noch gegenseitig ins Gesicht schauen können. Denn schlussendlich eint beide Lager doch ein und dasselbe: Die Liebe zu ihrer Heimatgemeinde, zu Oberkotzau.“

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