Redwitz: Klares Nein zu weiteren Stromtrassen

02. Dezember 2015 | Energiepolitik

Redwitz - Die oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten lehnen jegliche zusätzlichen Stromtrassen für die Landkreise Lichtenfels und Coburg ab. Des Weiteren ist ihrer Ansicht nach auch eine zusätzliche neue 380-kV-Leitung, die mit der „Thüringer Strombrücke“ gebündelt werden soll für die nachhaltige Sicherstellung der Energieversorgung nicht notwendig. Das bekräftigten am vergangenen Montag Klaus Adelt, Susann Biedefeld und Dr. Christoph Rabenstein bei einem Gespräch im AWO-Seniorenheim in Redwitz.

Adelt unterstrich: „Die Landespolitiker sind sich einig, dass die Planungen und Gedankenspiele der Bundesnetzagentur das Vertrauen der Bevölkerung verspielen und die Energiewende torpedieren“. Mit weiteren Hochspanungsleitungen wären der Landkreis Coburg und der nördliche Landkreis Lichtenfels über Gebühr belastet. Die Abgeordneten versicherten, ihren Handlungsspielraum voll auszuschöpfen, um die so genannte „P-44-mod“ zu verhindern.

Auch einer Erdverkalbelung erteilt Susann Biedefeld eine klare Absage. „Hier setzen wir uns klar von der CSU ab“, sagte sie. Auch eine Erdverkabelung würde für unsere, mit Infrastrukturprojekten überlastete Region, eine weitere Einschränkung der Lebensqualität bedeuten. „Es reicht, wir werden alles nur Menschenmögliche ausschöpfen, um weitere Trassen zu verhindern“, führte sie aus. Die im Bau befindliche „Thüringer Strombrücke“ sei neben A73, Bahn-Trasse und dem Redwitzer Umspannwerk Belastung genug. Da brauche keiner mit Bündelung kommen. Man habe hier bereits genug gebündelt. „Auch bei der Bündelung ist einmal Schluss mit lustig“, erboste sich die Altenkunstadterin.

In der Bayerischen Verfassung sei festgeschrieben, dass gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern herrschen sollten, so Biedefeld. Betrachte man den Netzentwicklungsplan 2025, so werde deutlich, dass durch den zusätzlichen Leitungsbau wieder einmal mehr die nördlichen und östlichen Regionen belastet werden. Darauf habe sie Ministerpräsident Horst Seehofer in einem Brief vom 13. November hingewiesen. Darin habe sie festgestellt, dass die Planungen völlig abstrus seien und die Lebensqualität der Bevölkerung vor Ort und die Entwicklung der Kommunen noch weiter einschränken. In einem weiteren Brief an Siegmar Gabriel vom 24.November hätte sie den Bundesminister um Unterstützung gebeten. „Bitte setze Dich dafür ein, dass eine derart sinnfreie und total unverständliche Umsetzung der P44mod nicht zustande kommt“, heißt es in dem Schreiben.

Auch die örtliche SPD wandte sich gegen eine zusätzliche Trasse. „Gerade Redwitz ist durch die vorhandenen Stromleitungen stark belastet“, stellte Ortsvereinsvorsitzender Jochen Körner fest. „Wir wurden scheibchenweise zerteilt. Sieben Stromtrassen von und nach Redwitz, mehr geht nicht“, sagte er. Gemeinderat Günter Friedlein forderte einen Masterplan und ein Konzept der geplanten Stromtrassen. Eher könne er dem Raumordnungsverfahren des Ostbayernrings nicht zustimmen. Vorstandsmitglied Klaus Hahn zeigte als betroffener Anwohner auf, was es bedeutet von allen Seiten „unter Strom“ zu stehen. Hinzu kommt der große Wertverlust, denn wer kauft ein Haus unter solchen Bedingungen.

Auch das Thema Energiewende stand zur Debatte. Energieeinsparung, Energieeffizienz durch neue Technologien und der Ausbau aller erneuerbaren Energien sei die Grundlage für eine nachhaltige Energieversorgung, betonte Susann Biedefeld. Sie bedauerte, dass ein Gesamtkonzept zur Energiewende der SPD im Landtag abgelehnt wurde. Es sei deshalb doppelt wichtig, hier anzupacken. Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt und Dr. Christoph Rabenstein fordern von der CSU-Staatsregierung einen Masterplan zur Energiewende in Bayern, mit dem klaren Schwerpunkt der dezentralen Versorgung, denn autarke Energieversorgung machen zusätzliche Stromleitungen überflüssig.

Bild: Sie lehnen eine zusätzliche Stromleitung „P44mod“ ab (von links): SPD-Kreisvorsitzender Sebastian Müller, Ortsvorsitzender Jochen Körner, Kreisrat Josef Stark, die Landtagsabgeordneten Dr. Christoph Rabenstein und Susann Biedefeld, Vorstandsmitglied Klaus Hahn (Redwitz), Landtagsabgeordneter Klaus Adelt und Gemeinderat Günter Friedlein.

Bericht: A. Welz

  • 02.07.2016
    Ausflug der Baumpfleger in die Rhön | mehr…
  • 03.07.2016
    Tag der Franken | mehr…
  • 03.07.2016, 17:00 Uhr
    Festakt Frankentag | mehr…

Alle Termine