B 15: Über 116 Unfälle in zehn Jahren. Adelt sieht Handlungsbedarf

24. Februar 2016 | Verkehrspolitik

Als am 7. Dezember 2015 ein junger Autofahrer auf der B 15 zwischen Hof und Wölbattendorf in die Gegenfahrbahn geriet und dabei schwer verletzt wurde, verfestigt sich bei Klaus Adelt der Eindruck, dass der Abschnitt der B 15 zwischen Hof und der Autobahnausfahrt mehr Verkehrsunfälle aufweist, als andere ähnlich stark frequentierte Straßenabschnitte.

Aus diesem Grund stellte der SPD-Landtagsabgeordnete am 17. Dezember eine entsprechende Anfrage an die Staatsregierung. Ein paar Tage später starb auf eben jener Straße eine junge Frau, nachdem sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor und auch im Februar dieses Jahres kam es bereits zu einem schweren Unfall. Beides Unfälle, die nicht in der Antwort der Staatsregierung auftauchen, die Klaus Adelt nun vorliegt. Die darin enthaltenen Zahlen findet der Abgeordnete dennoch erschreckend: Demnach ereigneten sich in den letzten zwischen 2005 und 2015 auf dem Abschnitt insgesamt 116 Verkehrsunfälle, in 52 Fällen mit Personenschäden, in drei Fällen mit tödlichem Ausgang, wobei der Dezember nicht mit berücksichtigt wurde. Einschließlich Dezember ereigneten sich auf dem 4,6 Kilometer langen Abschnitt mindestens 118 Verkehrsunfälle, in 54 Fällen mit Personenschäden und in vier Fällen mit tödlichem Ausgang.

Für das Innenministerium sind die Zahlen anscheinend nicht sonderlich besorgniserregend. „Die Unfallrate weicht nicht signifikant vom landesweiten Durchschnitt ab“, heißt es darin lapidar. Demnach liegt die Quote, die sich aus Unfälle pro eine Million Kfz-Kilometer zusammensetzt, bei Unfällen mit Personenschaden bei einem Wert von 0,22 (bayernweit 0,24) bzw. bei Unfällen insgesamt bei 0,49 (bayernweit 0,47).

Entsprechend sieht die Staatsregierung auf die Frage von Adelt hin, welche baulichen oder straßenverkehrsrechtlichen Maßnahmen in Angriff genommen werden könnten, um die Zahl der Unfälle zu vermindern, keinen akuten Handlungsbedarf. Zwar räumt das Innenministerium ein, dass durch einen Mittelstreifen die Zahl der Unfälle mit Gegenverkehr reduziert werden könnten, doch dafür müsste die Fahrbahn insgesamt von 13 auf 18 Meter verbreitert werden. „Dazu wären insgesamt vier Brückenbauwerke umzubauen bzw. neu zu errichten sowie zwei Anschlussstellen des Hofer Ortsteils Wölbattendorf anzupassen.“ Sprich: Der Aufwand ist München zu groß, zumal „ein großer Anteil der Unfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit bei schnee- bzw. eisbedeckter Fahrbahn verursacht“ wurde. Stattdessen wurde angeregt, „den Winterdienst mit der gleichen Intensität wie auf Autobahnen durchzuführen.“

Für Klaus Adelt ist das alles wenig befriedigend.

Bei der Berechnung der Unfallrate wurden nur volle Jahre berücksichtigt. Damit taucht in der Rate das Jahr 2015 nicht mit auf. Das heißt die beiden schweren Unfälle im Dezember blieben außen vor, was aus Sicht Adelts sicherlich zu einer anderen Bewertung geführt hätte.

„Die B 15 war von 2005 bis 2009 schon einmal eine Unfallhäufungsstelle und sie könnte es jederzeit wieder werden. Mindestens 118 Unfälle auf knapp fünf Kilometer in zehn Jahren sind aus meiner Sicht Anlass genug, mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit bauliche oder straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zu überdenken“, findet der SPD-Politiker abschließend.

„Lapidar an die Verantwortung der Fahrer zu verweisen ist schon ein wenig halbherzig“, meint Adelt. „Wenn schon die Witterung bei vielen Unfällen eine Rolle spielt, könnte man dieser Erkenntnis auch Taten folgen lassen und anstatt ein wenig mehr zu streuen, eine Streckenbeeinflussungsanlage installieren“. Diese könne automatisch und abhängig von Witterung und Verkehrsaufkommen automatisch die zugelassene Geschwindigkeit regulieren. In der Münchberger Senke habe dies immerhin zu einer deutlichen Reduzierung der Verkehrsunfälle geführt. Notfalls wäre auch ein Fahrbahnteiler eine mögliche bauliche Alternative. Wie auch immer. „Der Ist-Zustand ist für mich nicht haltbar“, findet der Abgeordnete aus Selbitz.

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